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NRZ - Duisburg 12.08.09


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Entdeckung eines Weinlandes

Zufällig stießen Computer-Spezialisten auf ein altes Anbaugebiet. Importeur moldawischer Tropfen in Asterlagen

von Willi Mohrs


Iwona Glinski leitet bei La Vinum Vertrieb und Marketing - und schwärmt für moldawische Weine. Foto: Udo Milbret
"Angefangen hat es mit einer ganz anderen Geschichte", lacht Iwona Glinski inmitten hunderter Weinflaschen im wahrscheinlich gemütlichsten Raum des gesamten Gewerbeparks Asterlagen. Der gehört zur Weinhandlung La Vinum und die wiederum findet sich im Gebäude einer großen IT-Firma. Womit wir bei der anderen Geschichte wären.

Denn die Chefs von Mr.Byte, einem erfolgreichen Dienstleister in der Computerbranche, Karl Mertes und Wilhelm Rensing waren auf einer Geschäftsreise in der Ukraine und in Moldawien, es lief gut, man hatte Grund zum Feiern und bestellte - wie bei Weinfans zu erwarten - in einem Hotel einen wirklich guten Tropfen. Und bekam nicht den erwarteten Edel-Franzosen, sondern einen heimischen Wein, war höchst angenehm überrascht - und auf den Geschmack gekommen.

Winzer und Kellereien wurden anschließend besucht, Weine reihenweise verkostet und man erlebte - da macht Iwona Glinski keinen Hehl draus, im südwestlichen Nachfolgestaat der Sowjetunion auch "böse Überraschung". Aber nach und nach seien die Wein-Kenner auf die gute Qualitäten gestoßen. kein Wunder: "Die Weine in Moldawien sind sehr frankophil ausgebaut." Man nenne die Gegend auch das "Bordeaux des Ostens" mit einer Sonnentage-Zahl wie in Sizilien. Weinbau gebe es dort schon seit 5000 Jahren und seit etlichen Jahrzehnten einen hohen Anteil nobler französischer Rebsorten.

2006 eröffnete der Importeur La Vinum sein Geschäft in Asterlagen, mit Lager und einem einladenden Raum für Weinproben. In Mittelpunkt steht der Wein aus Moldawien, der noch "im Preis-Wert-Verhältnis hervorragend", aber "kein Billigwein" sei, sagt Vertriebsleiterin Glinski.


MOLDAWIEN

Wichtiger Wein

Moldawien liegt zwischen Rumänien und der Ukraine, gehörte früher zur Sowjetunion und ist weitgehend identisch mit dem früheren Bessarabien. Die Mehrzahl der rund 3,4 Millionen Einwohner spricht Rumänisch. Hauptstadt ist das Fußball-Fans bekannte Chisinau. Moldawien ist eines der ärmsten Länder Europas, Weinexport eine wichtige Einnahmequelle. mo
Die Lage abseits gewöhnlicher Eikaufsstraßen sei kein Hindernis: "Es spricht sich rum." Weinproben werden regelmäßig angeboten, bei Gastronomie und Fachhandel habe man bereits Fuß fassen können, und Privatkunden fänden immer öfter den Weg in den Businesspark zwischen Homberg und Rheinhausen.

Wo nicht nur interessante Weine zum Teil völlig unbekannter Rebsorten warten, sondern auch Informationen über ein noch weitgehend unbekanntes Weinland: Dessen Süßweine beispielsweise als offizielle Messweine bei russisch-orthodoxen Klerus höchste Wertschätzung genießen sollen. Und wo sich der wahrscheinlich längste Weinkeller der WElt befindet mit einem unterirdischen Ausdehnung von 220 Kilometer. Und aus dem die Eltern von bundespräsident Horst Köhler stammen.

 

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