Moldawien Dossier
Moldawien ist das Tor zum wilden Osten. Das sympathische Weinland im Herzen Osteuropas verfügt mit 102.600 Hektar über eine vergleichbar große Rebfläche wie Deutschland. Die Böden sind schwer und fruchtbar, das Klima ist ideal für den Weinbau und die Menschen sind hoch motiviert, sich und ihr Land Moldawien weiterzubringen. Eine spannende Mischung aus einheimischen und internationalen Rebsorten bürgt seit der Qualitäts- und Politikwende Mitte der 90er für hervorragende Weine, die sich im internationalen Vergleich nicht zu verstecken brauchen. Gehen Sie von der Hautstadt Chisinau aus mit dem Osteuropaexperten Jörg Sievers auf eine Entdeckungsreise durch das wilde Weinland Moldawien. Lassen Sie sich von der über 4.000-jährigen Weinbegeisterung der Moldauer und ihrer Gastfreundlichkeit anstecken.
von Jorg Sievers
Weinbau in Moldawien hat eine über 4.000-jährige Tradition. Der feste
Griff der ehemaligen Sowjetunion forcierte den Bau großer staatlicher Kellereien
und die Mengenproduktion. Seit der Unabhängigkeit Anfang der 90er stehen
Individualität und Qualität wieder im Fokus.
 ZU NEUEN UFERN
Die Daker brachten nach alten Überlieferungen
den Wein vor mehr als
4.000 Jahren auch in das heutige
Moldawien. Weiter voran trieben griechische
Siedler vom Schwarzen Meer den
Anbau von Weintrauben. Stefan der Große
(Stefan cel Mare) sorgte als Staatsoberhaupt
im 15. Jahrhundert dafür, dass der
Weinbau in dem kleinen Land zwischen
Rumänien im Westen und der Ukraine im
Osten die Stellung bekam, die er noch
heute innehat. Wie in vielen Ländern rund
um den Balkan kam zwischenzeitlich
unter der Herrschaft des Osmanischen Reiches
der Weinbau über 300 Jahre fast zum
Erliegen. Erst nach dem Vertrag von Bukarest
(1812) als die Provinz Moldawien der
UDSSR zugesprochen wurde, erlebte der
Weinbau eine Renaissance.
Vier Anbauzonen
Aktuell stehen 102.600 Hektar unter
Reben, knapp 86.000 Hektar werden zur
Weinproduktion genutzt. Die jährliche Produktion
beläuft sich auf 400.000 bis
500.000 Tonnen. Hauptabnehmer der
Weine sind Russland und die ehemaligen
GUS-Staaten (76,5%), doch viele Weinproduzenten
wollen ihre Exporte diversifizieren
und suchen neue Kunden im westlichen
Ausland.
Aufteilen lässt sich das Weinland Moldawien
in vier Regionen oder Zonen mit
unterschiedlichen mikroklimatischen Bedingungen.
Im Norden (Balti) befindet sich
das kleinste Anbaugebiet mit rund 5.750
Hektar Weinbergen. Das Klima und die
Lehm- und Kreideböden mit mineralischen
Einschlüssen machen den Norden besonders
geeignet für den Anbau weißer
Rebsorten. Auf 200 bis 250 Meter Höhe
wachsen unter anderen Sauvignon Blanc,
Riesling, Chardonnay sowie Feteasca Alba
und Aligoté. Die Sonne scheint durchschnittlich
für 2.100 Stunden im Jahr und
der Niederschlag summiert sich auf moderate
520 bis 620 Millimeter pro Jahr. Ein
Großteil der Produktion im Norden wird
für die Herstellung von Branntwein verwendet,
der im Land selbst als »Divin« bezeichnet
wird ...
(Bericht als PDF)
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