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Weinwirtschaft - Ausgabe 5/09


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Moldawien Dossier


Moldawien ist das Tor zum wilden Osten. Das sympathische Weinland im Herzen Osteuropas verfügt mit 102.600 Hektar über eine vergleichbar große Rebfläche wie Deutschland. Die Böden sind schwer und fruchtbar, das Klima ist ideal für den Weinbau und die Menschen sind hoch motiviert, sich und ihr Land Moldawien weiterzubringen. Eine spannende Mischung aus einheimischen und internationalen Rebsorten bürgt seit der Qualitäts- und Politikwende Mitte der 90er für hervorragende Weine, die sich im internationalen Vergleich nicht zu verstecken brauchen. Gehen Sie von der Hautstadt Chisinau aus mit dem Osteuropaexperten Jörg Sievers auf eine Entdeckungsreise durch das wilde Weinland Moldawien. Lassen Sie sich von der über 4.000-jährigen Weinbegeisterung der Moldauer und ihrer Gastfreundlichkeit anstecken.

von Jorg Sievers
Weinbau in Moldawien hat eine über 4.000-jährige Tradition. Der feste Griff der ehemaligen Sowjetunion forcierte den Bau großer staatlicher Kellereien und die Mengenproduktion. Seit der Unabhängigkeit Anfang der 90er stehen Individualität und Qualität wieder im Fokus.

Weinstock

ZU NEUEN UFERN

Die Daker brachten nach alten Überlieferungen den Wein vor mehr als
4.000 Jahren auch in das heutige Moldawien. Weiter voran trieben griechische Siedler vom Schwarzen Meer den Anbau von Weintrauben. Stefan der Große (Stefan cel Mare) sorgte als Staatsoberhaupt im 15. Jahrhundert dafür, dass der Weinbau in dem kleinen Land zwischen Rumänien im Westen und der Ukraine im Osten die Stellung bekam, die er noch heute innehat. Wie in vielen Ländern rund um den Balkan kam zwischenzeitlich unter der Herrschaft des Osmanischen Reiches der Weinbau über 300 Jahre fast zum Erliegen. Erst nach dem Vertrag von Bukarest (1812) als die Provinz Moldawien der UDSSR zugesprochen wurde, erlebte der Weinbau eine Renaissance.

Vier Anbauzonen
Aktuell stehen 102.600 Hektar unter Reben, knapp 86.000 Hektar werden zur Weinproduktion genutzt. Die jährliche Produktion beläuft sich auf 400.000 bis 500.000 Tonnen. Hauptabnehmer der Weine sind Russland und die ehemaligen GUS-Staaten (76,5%), doch viele Weinproduzenten wollen ihre Exporte diversifizieren und suchen neue Kunden im westlichen
Ausland. Aufteilen lässt sich das Weinland Moldawien in vier Regionen oder Zonen mit
unterschiedlichen mikroklimatischen Bedingungen. Im Norden (Balti) befindet sich das kleinste Anbaugebiet mit rund 5.750 Hektar Weinbergen. Das Klima und die Lehm- und Kreideböden mit mineralischen Einschlüssen machen den Norden besonders geeignet für den Anbau weißer Rebsorten. Auf 200 bis 250 Meter Höhe wachsen unter anderen Sauvignon Blanc, Riesling, Chardonnay sowie Feteasca Alba und Aligoté. Die Sonne scheint durchschnittlich für 2.100 Stunden im Jahr und der Niederschlag summiert sich auf moderate
520 bis 620 Millimeter pro Jahr. Ein Großteil der Produktion im Norden wird für die Herstellung von Branntwein verwendet, der im Land selbst als »Divin« bezeichnet wird ...

(Bericht als PDF)

 

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